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Acoustic Guitar Peter Crow C.

50 Grad in Mississippi

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Der Münchner Peter Crow C. ist mit 17 tief in die Welt des Blues eingetaucht und seitdem nicht mehr herausgekommen. Unter dem sonnigen Himmel der Toskana erklärte er uns im Rahmen seines Workshops an der Mediterranean Music School die Wichtigkeit der inneren Ruhe für den Shuffle, dünner Saiten fürs Sliden und schlabbriger Speaker für einen natürlichen Sound.

 

Peter wie bist du zum Gitarrenspiel gekommen?

Peter Crow C.: Durch die Musik, die ich auch heute spiele. Ich habe damals auf einem Flohmarkt zwei Blues-Platten entdeckt – von Lightnin‘ Hopkins und Blind Blake -, und diese Musik hat mich sofort ergriffen. Zum Glück besaß meine Schwester eine klassische Gitarre, die ich ihr prompt entwendet habe. Ich habe mit dem Blues also auf : Nylonsaiten losgelegt.

Und wie sah deine erste „richtige“ Gitarre aus?

Meine erste war eine ganz einfache Washburn, die ich im Guitar Shop in der Belgradstraße in München gekauft habe. Den Laden gibt’s schon seit gut 15 Jahren nicht mehr. Zu Beginn ist man ja immer dem Gutdünken des Gitarrenverkäufers ausgeliefert. Witzigerweise habe ich diesen Verkäufer von damals vor kurzem wieder getroffen und ihn gefragt, ob er eigentlich wüsste, dass er mir meine erste Gitarre verkauft hat. Worauf er meinte: „Ja, ich kann mich erinnern, das war eine Wash¬burn. Du warst, glaub‘ ich, mit deiner Mutter da.“ Ich musste mir ja damals das Geld von meinen Eltern leihen. Aber schon krass, dass er das noch wusste. Vielleicht hat er ja auch nur Washburn verkauft. [lacht]

Was spielst du heute an Gitarren?

Generell spiele ich am liebsten Holzgitarren, was ich live aber selten tue. Das liegt daran, dass sie sehr schwer natürlich abzunehmen sind. Meistens klingt es am Ende Piezotypisch zu höhenlastig. Ich muss dazu sagen, dass ich gerne noch ganz andere Gitarren spielen würde, aber ich muss mit dem zurechtkommen, was ich habe. Vielleicht hat ja in der Leserschaft jemand etwas anzubieten. Ich bin da sehr offen. [lacht] Ich spiele eine neuere Continental, die ja Nachbauten von National-Gitarren sind und in München gefertigt werden. Die habe ich ziemlich aufgepeppt. .Ich habe alte National Resonatoren aufgetrieben und eingebaut. Es gibt so einige Tricks, wie man National-Gitarren noch ein bisschen lauter kriegt, als sie ohnehin schon sind. Von denen kenne ich ein paar. Die Gitarre nehme ich hauptsächlich zum Sliden. An meiner nächsten Gitarre hänge ich sehr. Die habe ich mit Anfang 20 gekauft, dann wieder aus den Händen gegeben, und über mehrere Umwege kam sie letztlich wieder zu mir zurück. Bei dieser Gitarre weiß man nicht genau, was sie eigentlich ist. Es war in den 20ern oft so, dass den Firmen die Teile ausgegangen sind und sie sich untereinander ausgeholfen haben. Bei meiner ist ein Teil National-Gitarre, ein bisschen Harmony, und ein bisschen Regal ist auch dabei. Diese Gitarre ist wahnsinnig dick gebaut, was mir auf Tour entgegenkommt, weil meine Instrumente da schon was aushalten müssen. Zum Schluss habe ich noch eine Gibson, den Nachbau einer J-45. Gibson hat den Typen, der die damals gebaut hat, noch mal aufgetrieben und ungefähr hundert Stück davon gebaut. Lieber würde ich aber eine kleine zwölfbündige aus den 20er oder 30er Jahren spielen – eine der Stella- oder Oscar-Schmidt- Gitarren. Die Gitarren damals waren meist leichter gebaut und verbalkt, was heute ein bisschen ausgestorben ist, und hatten fette V-Hälse. Das finde ich für Blues optimal. Aber so was auf der Bühne abzunehmen … damit wirst du nicht glücklich.

 

Den gesamten Workshop kannst Du hier herunterladen: